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Wanderungsmotivbefragung

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Wanderungsmotivbefragung

 8.9.18
Pressemitteilung

Wanderungsmotivbefragung: Fazit der Stadt passt nicht zur Kritik der Fortgezogenen!

Die Wanderungsmotivbefragung bestätigt die grundlegenden Probleme unserer Stadt: das Image, das Stadtbild, die Innenstadt, fehlende Arbeits-/Ausbildungsplätze, mangelnde Sicherheit und Sauberkeit, eine verbesserungsbedürftige Sozial- und Einwohnerstruktur.

Die auch bei dieser Gelegenheit wiederholte Forderung der Verwaltung war vorhersagbar: „Neubaugebiete am Stadtrand, um Abwanderung von Familien mit Kindern in den Landkreis OL zu mindern“.

Schaut man sich die Zahlen genauer an, passt dieses Fazit nicht zu den Befragungsergebnissen: Nur zehn Mal wird als Grund für den Fortzug ein fehlendes Baugrundstück genannt. Niemand hat vorgeschlagen, Fortzüge zu mindern, indem Baugrundstücke vorgehalten werden.  

Die Unzufriedenheit in den Bestandsquartieren wird durch abgesetzte Nobelviertel sogar noch verstärkt. Das bestätigt auch die jetzt veröffentlichte Milieu-Analyse. Delmenhorst liegt mit der Zahl der Einkommensstarken im Bundesdurchschnitt. Sie sind nur ungünstig verteilt, nämlich bereits jetzt weit überwiegend am Stadtrand. Und genau dort werden gleichzeitig viele Häuser durch den Auszug von Senioren frei, die bedarfsgerechte Wohnungen im Innenbereich suchen. 

Die Motivbefragung und die Milieu-Analyse stützen die naturschutzfachlichen Forderungen des NABU: Die Verbesserung der Wohnqualität im Innenbereich und gleichzeitig die Bewahrung der Außenbereiche, indem Lücken, Hinterland und Brachen mit hochwertigen Objekten geschlossen werden, alte Häuser saniert oder durch neue ersetzt werden und so die Struktur verbessert wird. Realisieren Sie für junge Familien die mehr als 350 zurzeit geplanten Einfamilien- und Doppelhäuser in Baugebieten im Innenbereich. Halten Sie die einkommensstarken Senioren in der Stadt. Es ist zurzeit weder sinnvoll noch notwendig, große Neubaugebiete im Außenbereich zu errichten.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Y. Ingenbleek
Referat „Nachhaltige Siedlungsentwicklung”