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Wallhecken

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Wallhecken

www.wallhecke.de

Herr Georg Müller, Sachverständige für Wallhecken und Pilze sowie Bremer Heimatforschungspreisträger, kartiert, beobachten und vergleicht die heutigenWallhecken mit alten Kartenmaterial in der Region seit vielen Jahren. Er erforscht die Entstehung von Wällen und Einfriedigungen von vor über 2000 Jahren bis zur heutigen Vernichtung dieser Naturdenkmäler. Er zeigt  den Spiegel auf, nicht nur mit dem Finger auf die dritte Welt zu zeigen, sondern uns zuerst um unsere Naturschutzproblem vor Ort zu kümmern. In Niedersachsen wurden alleine von 1900 bis heute rund 120.000 km Wallhecken vernichtet, es ist erschreckend und macht betroffen, wie mit unserer Kulturlandschaft und unseren Wallhecken umgegangen wird.

Die ältesten Wälle wurden in unserer Region nach heutigem Wissen bereits vor über 2000 Jahren errichtet und sind zu einem ganz geringen Teil noch vorhanden, was bedeutet, dass der Untergrund über 2000 Jahre nicht verändert wurde.

Im späten Mittelalter war die Landschaft hier so verändert, dass ein Teil sogar als Wüste auf den damaligen Karten verzeichnet ist. Es muss ausgesehen haben, wie jetzt in Teilen Afrikas, die man aus dem Fernsehen kennt. Schuld war das Roden der Bäume und Sträucher, die für den Bau von Hütten, sonstigen Gerätschaften und als Brennmaterial verbraucht wurden. Dadurch entstanden hier im norddeutschen Bereich große Landwanderdünen, die viele Dörfer unter sich begruben. Zudem vernichteten sie immer öfter die Ernte für die Bevölkerung, die dadurch hungern musste und starb. Auch die Steuereinnahmen der Landesherren waren aufgrund des landschaftlichen Niedergangs entsprechend niedrig und für diese nicht ausreichend. Um dem Elend Einhalt zu gebieten, begann die Obrigkeit Erlasse zu verfassen, die unter Androhung hoher Strafe verboten Bäume und Sträucher zu vernichten oder zu beschädigen. Außerdem wurden die Bauern im Zuge der Gemeinheitsteilung aufgefordert, ihr Land zum Teil innerhalb von 14 Tagen - 3 Jahren mit Wällen zu umgeben. Mit den damaligen Hilfsmitteln fast ein Ding der Unmöglichkeit, dies zu schaffen.

Diese Wälle durften auf Herrschaftsland errichtet werden. Hierfür wurden 3,60m pro Wallbreite zur Verfügung gestellt. Es gab genaue Vorgaben, wie so ein Wall zu errichten ist. Sie sollten mit Eicheln und anderen Baum- und Strauchsamen bestückt werden und Unkrautfrei gehalten werden.

Die Bauern hatten das Nutzungsrecht, aber auch die Pflicht, diese zu pflegen und zu erhalten. Wer sein Land nicht rechtzeitig eingefasst hatte, der wurde enteignet und das Land viel an die Herrschaft zurück. Heute wird in Niedersachsen durch die Umweltpolitik der jetzigen Regierung die Wallheckenvernichtung forciert. Der Schutz der Wallhecken wurde drastisch verschlechter und die Gemeinden und Stadtverwaltungen, insbesondere die Naturschutzämter sind aufgefordert sämtliche Wallhecken in ihrer Gemeinde zu kartieren. Wenn dies nicht bis zum 28.2.2013 geschehen ist, sind die jetzt noch als Wallhecken geschützten Naturdenkmäler keine mehr!

Herr Georg Müller versucht und fordert die Landesregierung auf, diese Schlechterstellung rückgängig zu machen, wobei er die volle Unterstützung des NABU hat.

Wir fordern, dass die alten Pläne von 1840 bei der Erstellung eines Katasters zu Grunde gelegt werden und die Landwirt und Grundbesitzer verpflichtet werden, die bis heute vernichteten Wallhecken wieder her zu stellen, soweit dies irgendwie möglich ist oder einen Ausgleich dafür zu schaffen. Die Begründung der Landwirte, das man das Land für die Ernte benötigt, damit man mehr ernten kann ist nicht zu akzeptieren, da die Erträge eindeutig höher sind mit gut erhalten Wallhecken um den Verlust des Landes aus zu gleichen. In der heutigen Zeit sollten sich die Landwirte die Natur wieder mehr zu Nutze machen, als gegen sie zu arbeiten. Viele künstliche Düngemittel basieren auf Erdöl und werden über kurz oder lang unerschwinglich werden.

Wer einmal eine gut erhaltene Wallhecke in der Natur erlebt hat, kann unsere Forderung nur unterstützen, von den vielen Tier- und Pflanzen- und Pilzarten einmal ganz abgesehen.