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Baugebiet "Am Heidkamp"

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Baugebiet "Am Heidkamp"

PRESSEMITTEILUNG

Für das Neubaugebiet "Am Heidkamp" steht die Entscheidung über die Änderung des Flächennutzungsplanes auf der Tagesordnung der kommenden Planungsausschusssitzung am 30.10.2018.

Der NABU fordert, dieses Thema von der Tagesordnung zu nehmen! Eine Beschlussfassung über diese Vorlage steht einer fundierten Auseinandersetzung mit den kritischen Argumenten komplett entgegen! Hier wird versucht eine Vorentscheidung herbeizuführen, um jegliche Diskussion zu umgehen. Im Interesse einer transparenten und bürgernahen Vorgehensweise darf zum jetzigen Zeitpunkt nicht entschieden werden!

In der Vorlage der Verwaltung wird keiner der vom NABU und der Bürgerinitiative "Gegen Bauen im Außenbereich" angesprochenen Problempunkte auch nur erwähnt:

  • Der Landschaftsrahmenplan sieht vor, dass diese Fläche von Bebauung freizuhalten ist. Sie ist für den Klimaschutz eine wichtige Kaltluftschleuse. Es wurden sogar Ausgleichsmaßnahmen für andere Baumaßnahmen dort umgesetzt.
  • Die Fläche wird landschaftlich genutzt und es befindet sich ein viehwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb darin. Die Umwidmung nmmt den betroffenen Familien einen Teil ihrer Lebensgrundlage!
  • Über den Antrag der SPD, das LSG Hemmelskamp in Richtung Friedhof zu erweitern, ist noch nicht entschieden. Zwei Gutachten über Fledermäuse und Brutvögel bestätigen, dass sich diese Fläche sehr gut und ohne großen Aufwand dafür eignen würde.
  • Die vor etwa einem Monat vorgestellte Milieu-Analyse stellt dar, dass homogene Neubaugebiete am Stadtrand die Trennung der sozialen Gruppen noch weiter verstärken. Sie wirken einer ausgewogene Stadtenwicklung massiv entgegen.
  • Die Wanderungsmotivbefragung zeigt, dass mit Nobelvierteln am Stadtrand nichts gegen die wesentlichen Gründe für die Unzufriedenheit der Bevölkerung - und damit gegen Abwanderungsgründe - getan wird.
  • Die Häuser und Grundstücke der Senioren, die am Stadtrand verstärkt frei werden, bieten Potenziale, die zuerst genutzt werden müssen, damit nicht ganze Straßenzüge verfallen (siehe Milieu-Analyse).
  • Die Stadtplanung hat nicht dargelegt, dass keine anderen Flächen vorhanden sind. Das kann sie auch nicht, weil ganz aktuell mehr als 350 Einfamilien- und Doppelhäuser in attraktiven Lagen ermöglicht werden und weitere Flächen in Planung sind. Der NABU hat Beispiele im Umfang von rd. 100 ha im Innenbereich aufgezeigt. Der rechtlich geschützte Außenbereich darf nicht angegriffen werden, bevor diese Potenziale nicht ausgenutzt sind.
  • Die wenigen Außenflächen zu diesem Zeitpunkt ohne Not zu versiegeln, ist nicht nachhaltig, nicht verantwortungsbewusst und widerspricht dem sparsamen Umgang mit Grund und Boden.
  • Komplett missachtet wird mit dieser Vorlage die Meinung von mindestens 1.000 Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt gegen Neubaugebiete in Außenbereichen!

Dr. Yvonne Ingenbleek

Referat „Nachhaltige Siedlungsentwicklung“