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B212neu ist nicht notwendig

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B212neu ist nicht notwendig

Zum Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag über den Streit um den Bau der B212 neu (Weserkurier - Regionalausgabe Delmenhorst - Artikel vom 21.07.16)

Im Zuge der Neuaufstellung des Bundesverkehrswegeplans 2030 wurde auch für das Projekt B212neu ein Projektdossier erstellt. Beschäftig man sich mit der hier vorgenommenen Bewertung dieses Planungsvorhabens durch das Bundesverkehrsministerium (BMVI), fällt auf, dass für die Wesermarsch keine nennenswerten Erreichbarkeitsdefizite festgestellt werden konnten. Die Anbindung - auch die nach Bremen - ist ausreichend. Die Autobahnen A29 und A27 in Verbindung mit den Bundesstraßen B211 und B437 (Wesertunnel), aber auch die B212 über Bockholzberg zur A28 gewährleisten dies. So verwundert es auch nicht, dass eine bemerkenswerte Nachfrage vom Norden der Wesermarsch nach einer Fernverkehrsverbindung über die B212neu durch die Verkehrsprognose des BMVI für 2030 nicht nachgewiesen werden konnte. Weder die Entlastungswirkungen durch den Neubau, die stärksten werden in Bremen auf den Autobahnen A270 und südlich davon auf der A27 bis B6 erreicht, noch die Notwendigkeit einer zukünftigen Entlastung des vorhandenen Straßennetzes konnte durch das Ministerium überzeugend dargestellt werden.

Unhängig von einem Dialogverfahren und allen dort getroffenen Zugeständnissen, muss das Interesse der planenden Behörden sein, ein Ergebnis des Planungsverfahrens vorzulegen, dessen juristischer Bestand zumindest für wahrscheinlich gehalten wird, da der zukünftige Planfeststellungsbeschluss nach wie vor auf eventuelle Mängel überprüft werden kann. So wird der NABU Delmenhorst, wie bisher im Zusammenhang mit den gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren, die vorgelegten Unterlagen prüfen und hierzu Stellung beziehen, um sich auch auf diesem Wege für die Belange von Natur und Umwelt einzusetzen. Ein Dialogverfahren, dass sich allein mit Neubauvarianten der B212 beschäftigen soll und sich nicht mit einer - unserer Meinung nach - noch ausstehenden Alternativenprüfung zum Neubau befassen wird, ist sicherlich nicht geeignet um das Beste für Natur und Umwelt zu erreichen.

 

Die Umweltbetroffenheit durch das Neubauvorhaben wird im Dossier des BMVI als HOCH eingestuft. Beim verwendeten Einstufungsverfahren gibt es nur die drei Bereiche hoch, mittel oder geringe Umweltbetroffenheit. Die erheblichen negativen Auswirkungen auf Europäische Schutzgebiete, die Zerschneidung von Feuchtlebensräumen, die Beeinträchtigung diverser geschützter Naturräume und Arten. Aber auch die Auswirkungen auf Naherholungsgebiete, eines Überschwemmungspolders, die Beanspruchung bisher landwirtschaftlich genutzter Bereiche sowie die zusätzliche Flächenversiegelung betrachten wir bei allen zu prüfenden Neubauvarianten mit großer Sorge.

Daher hat sich an unserer Ablehnung des Vorhabens nichts geändert, wir werden uns auch weiterhin mit dem Thema B212neu beschäftigen, hierzu auch äußern sowie auf den öffentlichen Monatstreffen - wie auch zuvor - zum aktuellen Stand informieren.

Für den NABU Delmenhorst:

Susanne Niemeck

Schriftführerin

Stedinger Landstraße 101

04221 40300

s.niemeck@outlook.de